Du pain sur la planche EDITORIAL

Gute Voraussetzungen und überdeckte Traumata

Im Gegensatz zur geopolitischen Lage stehen die hiesigen Kulturprämissen fürs neue Jahr 2019 eigentlich gar nicht so schlecht. Nachdem sich die Kulturszene jahrelang über ein Tandem ärgerte, das seine Kulturlücken und sein Desinteresse so schlecht verbergen konnte, dass kurz vor der neuen Regierungsbildung etliche Kulturschaffende forderten, man möge doch die DP von der Kulturlast befreien, sitzt nun nicht nur eine Politikerin an der Spitze des Kulturministeriums, die die Kultur eine „Herzensangelegenheit“ nennt, sondern es gibt mit Jo Kox endlich wieder einen „Premier conseiller“ im Kulturministerium. Continuer la lecture de « Du pain sur la planche EDITORIAL »

Koalitiounsaccord a KEP zesummebréngen

De Jo Kox gesäit de KEP an de Koalitiounsvertrag wéi zwou Partituren, déi elo an Zesummenaarbecht mat der Equipe um Kulturministère zu engem Dokument mussen zesumme geschmolt ginn. Hei géif et drëms goen « Priorités politiques » no vir ze bréngen an eng Timeline op déi nächst fënnef Joer auszeschaffen, well verschidde Mesuren direkt kéinten ëmgesat ginn, wéi zum Beispill d’Subside vum Kulturministère an déi vu Focuna (Fonds culturel national) verglach solle ginn en Vue vun engem Guichet unique nach an dësem Joer. Continuer la lecture de « Koalitiounsaccord a KEP zesummebréngen »

Die Pragmatikerin

INTERVIEW: Anne Schaaf & Jeff Schinker im Gespräch mit der neuen Kulturministerin Sam Tanson. Tageblatt vom 8. Januar 2019.

Sie hat Großes vor, lässt sich jedoch nicht zu überschwänglichen Aussagen verleiten. Sam Tanson steht mit beiden Füßen auf dem Boden und lässt Vorsicht walten. Auch gegenüber neugierigen Journalisten. Wir haben uns trotzdem mit der neuen Kulturministerin über die „Gouvernance“, neue Räumlichkeiten, die Aufbesserung der wirtschaftlichen Situation der Kulturschaffenden und die Umstrukturierung ihres Ministeriums unterhalten.

Koalitionsvertrag auf dem Seziertisch

ANALYSE
Sag, wie hältst du’s mit der Kultur?

Anne Schaaf, Tageblatt, 20. Dezember 2018

Kulturelle Spielräume
KOMMENTAR Worte und Taten, Anne Schaaf, Tageblatt

Die neue Kulturministerin Sam Tanson war bei den Verhandlungen zum kulturellen Teil des Koalitionsvertrags dabei. Der offenkundig kulturinteressierten, sich öffentlich zur Lesefreude bekennenden Ex-Journalistin wird es also nicht wie Schuppen von den Augen gefallen sein, als sie den fertigen Vertrag in Händen hielt.
Kritiker aus gut informierten Kreisen betonen, dass es bei der vorherigen, nicht primär für ihre Affinität zu Kultur bekannten Kulturministerin genau andersherum gewesen sei. Letztere hätte allerdings ein besser ausgearbeitetes Dokument bei ihrem Start ins Amt zurate ziehen können, als dies nun bei Tanson der Fall sei, heißt es weiter.
Einerseits sorgt es für Verwunderung oder gar Unverständnis, dass mit Tanson an der Seite ein derart vages Dokument zustande kam. Andererseits hat sie mit Jo Kox als „premier conseiller” jetzt aber jemanden, der wie sie Kultur nicht nur vom Hörensagen und den Kulturentwicklungsplan in- und auswendig kennt.
So bleibt zu hoffen, dass die neue Kulturministerin und ihr Team die sich gegebenen extremen Spielräume sinnvoll zu nutzen wissen und bei der praktischen Umsetzung mehr Präzision an den Tag legen werden, als dem – auf Luxemburgisch würde man sagen „blatzegen“ – Koalitionsvertrag entnommen werden kann.